Willkommen bei der Jakobi- und Luthergemeinde Kiel

Jetzt ist die Zeit

Eine Geistliche Einordnung
von Pastorin Sabine Klatt

 

Liebe Leser*innen,

 

„Jetzt ist die Zeit!“ - mit diesen Worten hat unsere Bischöfin Nora Steen ihren Hirtenbrief vom 20.1.24 abgeschlossen. In diesem Brief, der allen Gemeinden der Nordkirche zum Verlesen geschickt worden war, fordert Bischöfin Steen uns auf, aufzustehen gegen Unrecht und Aufzustehen für Freiheit und Demokratie. Gerade in dieser Zeit, in der von AfD und anderen rechtsextremistischen Kreisen versucht wird, unsere Demokratie zu untergraben und geplant wird, Menschenrechte und -würde außer Kraft zu setzten, ist es an uns, Widerstand zu leisten. Die hohe Beteiligung an den letzten Demonstrationen gegen Rechts sind ein Mut machendes Beispiel. Und: jetzt können und müssen wir endlich das tun, was wir manchen von unseren Großeltern vorgeworfen haben, das sie es vor 1933 versäumt haben.

Schon jetzt kann man in anderen europäischen Ländern beobachten, was geschieht, wenn rechtsextreme Parteien hohe Stimmanteile bekommen, so z. B. in Schweden. Dort bekam vor zwei Jahren die Sozialdemokraten zwar 30 Prozent der Stimmen, die Sverige-Demokraten (SD, entspricht der AfD in Deutschland) erhielt 20 Prozent und wurden zweitstärkste Kraft. Damit bildete sich eine Regierung des bürgerlichen Lagers (ohne Sozialdemokraten). Diese Regierung wird von der rechtsextremen Partei toleriert. Dies hat die schwedische Regierung in viele Schwierigkeiten gebracht, z. B. in Bezug auf den Nato-Beitritt und in der Umweltpolitik. Sie hat sie auch aufgrund des Drucks der SD dazu verleitet, eine Flüchtlingspolitik zu installieren, die in vielen Fällen der Menschenwürde nicht mehr gerecht wird. Sie gibt deshalb vielen Afghanen, die keine Straftaten begangen haben, keine Bleibeperspektive mehr und nimmt sie in Abschiebehaft.

Unsere Bischöfin bezieht sich mit ihrem Aufruf „Jetzt ist die Zeit!“ auf ein Wort Jesu zu Beginn seiner Wirksamkeit (Markus 1, 15 ). Es gibt bestimmte Zeitfenster, in denen es gilt zu handeln. Damals forderte Jesus in seiner Antrittspredigt die Menschen auf, sich Gottes Welt zu öffnen und seiner Botschaft zu vertrauen. Heute gilt es, seine Seligpreisungen in unser Leben einzubeziehen. Dort heißt es „Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.“ Matthäus 5,6. Lasst auch uns uns auf den Weg der Gerechtigkeit machen!
Denn jetzt ist die Zeit und „Nie wieder!“ ist jetzt.

 

Es grüßt Sie
Ihre Pastorin Sabine Klatt

 

 

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