Kennen Sie dän?
Geistliche Einordnung zum Erntedank und Reformationstag
Der dänische Philosoph Søren Kierkegaard erzählt in einer Parabel von einer Waldtaube und einer zahmen Dorftaube: Die beiden unterhalten sich darüber, wie sie ihr Auskommen haben. „Ich lasse jeden Tag seine eigene Plage haben, und auf diese Weise komme ich durch die Welt“, sagt die Waldtaube. „Ich beobachte meinen Bauern, wie er Korn einfährt“, entgegnet die Dorftaube, „dann weiß ich, ich hab’ das meine sicher.“ Weil die Waldtaube es nun behaglich findet, sich nicht nur versorgt zu fühlen, sondern darüber auch Gewissheit zu haben, beginnt sie Vorräte anzulegen. Jetzt hat sie keine Zeit mehr, sich satt zu fressen. Wenn sie dann an den vermeintlich sicheren Stellen nachsieht, sind ihre Vorräte weg. Zwar leidet sie keine Not, aber – nun hat sie die Vorstellung einer Not in der Zukunft bekommen. Das sorgt sie so, dass ihre Federn die Farben verlieren, ihr Flug alle Leichtigkeit. Satt wird sie jeden Tag, doch in der Vorstellung von Hunger ist sie gefangen.
Was meinen Sie – wie geht das Gleichnis weiter? Kann sich die Taube von ihrer Angst wieder lösen? Sucht sie im Gegenteil auf dem eingeschlagenen Weg noch mehr Sicherheit? Findet sie die?
Von wem spricht Kierkegaard hier eigentlich? Wohl von Menschen, denen Vorstellungen und Ängste in den Kopf gepflanzt werden. Die dann leichter zu manipulieren sind. Wem zugute?
Ich weiß, warum ich als Lutheraner keinen politischen Versprechungen hinterherlaufe. Und auch keine höllischen Drohungen fürchte. Die Parabel endet bei Kierkegaard so:
Um nun ganz das Leben einer reichen Dorftaube zu führen, fliegt sie in den Taubenschlag des Bauern. Als der die fremde Taube entdeckt, fängt und schlachtet er sie. Die Waldtaube stirbt ohne Not.
Mein Gott aber macht mich frei. Seine Zuwendung, Nähe und Kraft schenkt er mir unverdient. Jeden Tag aufs Neue. Damit ich frei bleibe.
Ein Grund zum Feiern, meint Ihr
Pastor Martin Gregor
Das ist nicht naiv und macht uns auch
nicht blind.
Krieg kennt nur Opfer, immer auf
beiden Seiten.
Für sie beten wir, wollen und werden aber auch nicht vergessen, wer der
Agressor ist.
Dies ist Putins Krieg!